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Auf dieser Seite möchte ich Euch Gedichte und Zitate nahe bringen, die mir mehr sagen als manches gesprochenes Wort. Besonders das erste Gedicht spricht mir aus der Seele. Das wird sicher auch jeder nachempfinden können der schon mal eine Psychose erlebt hat.










Autobiographie in fünf Kapiteln
Eine Geschichte zum Nachdenken
von Portia Nelson


1. Kapitel
Ich gehe die Straße entlang.
Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig.
Ich falle hinein.
Ich bin verloren ... Ich bin ohne Hoffnung.
Es ist nicht meine Schuld.
Es dauert endlos, wieder herauszukommen.

2. Kapitel
Ich gehe dieselbe Straße entlang.
Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig.
Ich tue so, als sähe ich es nicht.
Ich falle wieder hinein.
Ich kann nicht glauben, schon wieder am gleichen Ort zu sein.
Aber es ist nicht meine Schuld.
Immer noch dauert es sehr lange, herauszukommen.

3. Kapitel
Ich gehe dieselbe Straße entlang.
Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig.
Ich sehe es.
Ich falle immer noch hinein... aus Gewohnheit.
Meine Augen sind offen.
Ich weiß, wo ich bin.
Es ist meine eigene Schuld. Ich komme sofort heraus.

4. Kapitel
Ich gehe dieselbe Straße entlang.
Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig.
Ich gehe darum herum.

5. Kapitel
Ich gehe eine andere Straße.

Anmerkung: Aus persönlicher Erfahrung weiß ich das es aber mehr als nur ein Loch gibt in das ich fallen kann. Es gibt auch andere Löcher die sind so plötzlich vor mir, das ich nicht die geringste Chance habe darum herum zu gehen oder eine andere Straße zu benutzen. Das Loch ist da, kaum das ich den nächsten Schritt mache, und schon stecke ich drin.





"Wer mit sich selber nicht fertig wird, kommt leicht in Versuchung, andere fertig zu machen.

Ernst Ferstl, öster. Dichter





"Sich um die Liebe zu betrügen, das ist der fürchterlichste Betrug: es ist ein ewiger Verlust, der sich nie ersetzen lässt, weder in der Zeit noch in der Ewigkeit.

Sören Kierkegaard, dän. Philosoph






Ernste Frage
von Jürgen Spohn

Drei Mäuse besprachen
die ernste Frage:
Was tut man
gegen die Menschenplage

Wie wär`s mit
einer Menschenfalle?
Aber damit fangen wir
nicht alle

Oder ein Gift
in den Kaviar mischen?
So können wir auch
nicht alle erwischen

Da sagte
die allerklügste Maus:
Die rotten sich
demnächst selber aus!






Das Huhn und der Karpfen
von Heinrich Seidel


Auf einer Meierei
Da war einmal ein braves Huhn,
Das legte, wie die Hühner tun,
An jedem Tag ein Ei
Und kakelte,
Mirakelte,
Spektakelte,
Als ob`s ein Wunder sei!

Es war ein Teich dabei,
Darin ein braver Karpfen saß
Und stillvergnügt sein Futter fraß,
Der hörte das Geschrei:
Wie`s kakelte,
Mirakelte,
Spektakelte,
Als ob`s ein Wunder sei.

Da sprach der Karpfen: Ei!
Alljährlich leg ich `ne Million
Und rühm mich des mit keinem Ton;
Wenn ich um jedes Ei
So kakelte,
Mirakelte,
Spektakelte
Was gäb`s für ein Geschrei!






Neues vom Rumpelstilzchen
von Richard Bletschacher


Dem Rumpelstilzchen geht`s nicht gut,
ihm ist so zweierlei zumut.
Jähzornig ist es von Natur,
von Selbstbeherrschung keine Spur.

Noch gestern war es quicklebendig,
doch heut hat es sich eigenhändig
der Länge nach entzweigerissen,
drum geht es ihm gar so beschissen.

Da liegt es nun im Krankenhaus
Und sieht nicht sehr erfreulich aus.
Die Schwestern sind dort wirklich nett
Und geben ihm ein Doppelbett.

Aus dieser leidigen Affäre
Zieht es nun hoffentlich die Lehre,
sich zweimal erst zu überlegen,
ob es sich lohnt, sich aufzuregen.






Ein Schauder
von Jürgen Spohn


Ein Schauder
stieg am Bahnhof aus
lief übern Damm
ins nächste Haus
und legt`sich
auf die Lauer
an einer
dunklen Mauer

Dort um die Ecke
bog ein Mann
den sprang er dann
von hinten an
mit Wonne & Entzücken
lief er ihm
übern Rücken






Wilhelm Busch

Ein dicker Sack den Bauer Bolte,
Der ihn zur Mühle tragen wollte,
Um auszuruhn, mal hingestellt
Dicht bei ein reifes Ährenfeld
Legt sich in würdevolle Falten
Und fängt `ne Rede an zu halten.

Ich, sprach er, bin der volle Sack.
Ihr Ähren seid nur dünnes Pack.
Ich bin`s, der euch auf dieser Welt
In Einigkeit zusammenhält.
Ich bin`s, der hoch vonnöten ist,
das euch das Federvieh nicht frisst;

Ich, dessen hohe Fassungskraft
Euch schließlich in die Mühle schafft.
Verneigt euch tief, denn ich bin Der!
Was wäret ihr, wenn ich nicht wär?

Sanft rauschen die Ähren:
Du wärst ein leerer Schlauch, wenn wir nicht wären.






"Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher."
Albert Einstein






"Die Toleranz hört da auf, wo die Rücksichtslosigkeit anfängt."
von mir selbst

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